Wochenbett mit Geschwisterkind

Janine über ihre Gedanken zum zweiten Kind - und über die Herausforderungen zum Wochenbett mit Geschwisterkind.

Wow, da erwartete ich nun mein 2. Wunschkind und konnte mir nichts schöneres vorstellen, als unsere Familie wachsen zu lassen. Gleichzeitig machte ich mir unfassbar viele Gedanken. Gedanken dazu, ob und wie ich diesen beiden wunderbaren Menschlein gerecht werden könne. 

Ich selbst wurde als große Schwester einer Kleineren nahezu entthront. Ich war damals 5 Jahre alt, hatte meine Gewohnheiten und die ungeteilte Aufmerksamkeit meiner Eltern. Platz zu machen für einen kleinen Menschen, den ich mir nicht herbei gewünscht hatte und der mir gleichzeitig so fremd war, tat sehr weh. Ich fühlte mich weniger geliebt, irgendwie ausgestoßen. Das hat mich bis heute nachhaltig geprägt – auch wenn meine Eltern damals sicherlich das für sie Bestmögliche taten, uns beide zu sehen und für uns zu sorgen. 

Deshalb war es mir selbst von so unfassbarer Wichtigkeit, meiner geliebten Tochter mit ihren damals 4 Jahren zu jedem Zeitpunkt das Gefühl zu vermitteln, unverändert bedeutend für uns zu sein. Denn sie war und ist unser ein und alles. So machte ich mir als Mama wahnsinnigen Druck und es zerriss mich förmlich, als da nun dieser kleine Mensch zu uns kam, der so starke Bedürfnisse zeigte und unser Familienleben mächtig auf den Kopf stellte.

Immer und immer wieder suchte ich die Verbindung zu meiner Tochter, erklärte, weinte und wollte sie spüren und verstehen lassen, wie sehr ich sie liebte und liebe. Gleichzeitig suchte ich eine ähnlich große Liebe zu meinem Sohn. Doch irgendwie fühlte es sich so anders an. Anders zumindest, als ich es erwartet hatte. Ich bekam buchstäblich Herzschmerzen. Heute weiß ich, dass mein Herz sich vergrößerte. Es schuf genug Platz für beide Kinder. 

Wir haben es gepackt, sind enger zusammengewachsen und haben dieses große Abenteuer der Zusammenführung beider Geschwister - sowohl zueinander als auch in unseren Herzen - gut gemeistert. Mit für uns damals so wichtiger Hilfe! Hilfe durch tolle Menschen, die mir Halt gaben, meiner Tochter ab und an Exklusiv-Zeit schenkten, meinen Sohn beim Ankommen unterstützten, uns bekochten und ein offenes Ohr hatten.

Denn zwei Menschen mit so unterschiedlichen Bedürfnissen und gleichzeitig ja auch noch unseren eigenen gerecht zu werden, ist wahrlich eine Herausforderung - auch heute noch. Mein absoluter Herzenstipp für euch (werdende) Mehrfachmamas: Holt euch Unterstützung, wann immer ihr sie braucht und erschafft euch ein “kleines Dorf”. Egal ob innerhalb der eigenen Familie, im Freundeskreis, in der Nachbarschaft oder von außen - findet Wege, die zu euch und eurer Lebenssituation passen. Nehmt euch wichtig. Ihr startet nur einmal. <3

Lass uns gemeinsam für dich sorgen.

Janine & Steffi, Hey Wow Mom